Wie könnte ein Kinder-Grundeinkommen in Österreich aussehen?

Es bekäme jedes Kind von Geburt an bis zum 18ten Lebensjahr.
Und zwar bekäme es im Grunde genommen den selben Betrag wie ein Erwachsener, weil Kinder gleichwertige Geschöpfe sind. Wir sollten sie also nicht minderer bewerten, als Erwachsene. Vor allem auch mit dem Hintergrund, dass Kinder durch die eigene Entwicklung doch ziemlich gleich hohe Kosten haben, wie ein Erwachsener, sehen wir mal von den Fixkosten eines Haushaltes ab.

Kinder Grundeinkommen

Doch, da Kinder nicht alleine leben, wird nur der halbe Betrag an die Eltern überwiesen und die andere Hälfte wird angespart und mit dem 18ten Lebensjahr direkt auf das Konto dem dann Erwachsenen überwiesen, um so einen idealen Start ins Erwachsenenleben zu haben.

Diese Idee einer Art Startkapital ist nicht neu, bereits dem französischen Ökonomen Piketty schwebte in seinem 2013 erschienen Buch- Bestseller (weltweit 2,5 Millionen verkaufte Exemplare) „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ etwa eine Einmalzahlung von rund 120.000 Euro an junge Erwachsene vor.

Beim Grundeinkommensmodell „BGE Österreich“ liegt die Summe insgesamt höher, da die Hälfte, die dem Minderjährigen nicht ausbezahlt wurde, auf 18 Jahre lang angespart wird und dann auf einmal zur Auszahlung kommt.

Berücksichtigt man einmal die Inflation nicht, so würde der Betrag nach 18 Jahren bei genau 211.235,04 Euro liegen.
Eine Summe, mit der man sich entweder gleich selbstständig machen könnte oder ausreichend Geld für ein Eigenheim zur Verfügung hätte.

Kommen wir gleich zu den Kosten und einer möglichen Finanzierung eines Kinder-Grundeinkommens nach dem Modell „BGE Österreich“.

Nachstehende Daten wurde aus dem Jahr 2020 genommen.
Mit Stichtag 1. Jänner 2020 lebten 1.542.621 Personen unter 18 Jahren in Österreich (Endergebnis – veröffentlicht von Statistik Austria).

Mit einem Kinder-Grundeinkommen in der Höhe von 977,94 Euro wären lediglich 1.508.590.780,74 Euro notwendig, kurz gesagt 1,5 Milliarden Euro im Monat.

Auf das Jahr gerechnet käme also eine Summe von 18.103.089.368,88 Euro zusammen, kurz gesagt nur etwa 18,1 Milliarden Euro.

Dieser Betrag von 977,94 Euro entspricht exakt der Höhe der aktuellen Mindestsicherung und wäre ebenfalls exakt die Hälfte des bedingungslosen Grundeinkommens nach dem Modell „BGE Österreich“, welches die Eltern für das minderjährige Kind anstelle einer Familienbeihilfe und dem Kinderabsetzbetrag erhalten würden.

Die andere Hälfte wird angespart und wird mit Erreichen des 18ten Lebensjahres direkt auf das Konto des dann Erwachsenen ausbezahlt, um so einen idealen Start ins Erwachsenenleben zu gewährleisten.

Die tatsächlichen Kosten liegen jedoch darunter, da man die bisherigen Leistungen des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) davon abziehen kann. Die lagen 2020 bei etwa 8 Milliarden Euro, darunter fallen Familienbeihilfen, Kinderbetreuungsgeld, Karenzgeld, etc. sowie Fahrtenbeihilfen, Schulbücher und Sonstiges.

Auch wenn in Zukunft aus meiner Sicht die öffentlichen Verkehrsmitteln für alle Menschen kostenlos sein sollten, wie auch Schulbücher nach wie vor kostenfrei sein sollten, kann man mit dem gleichen Betrag oben rechnen, da ja der ganze damit verbundene Verwaltungsapparat wegfallen würde, den ich hier nicht anführe, da es dazu keine genauen Zahlen gibt. Es deckt sich garantiert in etwa mit den Ausgaben für kostenlose Verkehrsmittel und auch die Schulbücher.

Damit beträgt der offene Betrag der noch zu finanzieren wäre nun nur noch etwa 10 Milliarden Euro im Jahr, um ein Kinder-Grundeinkommen zu initiieren. Hinzu kommt noch etwa eine monatliche Auszahlung von etwa 83.124.900 Euro an Direkt-Auszahlungen für alle, die das 18te Lebensjahr erreicht haben. Dieser Betrag ergibt sich durch etwa durchschnittlich 85.000 Geburten im Monat. Dies bedeutet, dass etwa genau diese Zahl jeden Monat 18 Jahre alt wird und daher den zweiten Teil der Auszahlung des Kinder-Grundeinkommens erhalten. Wobei jeden Monat aufgrund des Anspar-Programms ein höherer Betrag erforderlich ist.

Damit ergibt sich eine offene Finanzierungslücke von etwa 11 Milliarden Euro (10 Milliarden für die laufenden Auszahlungen und etwa 1 Milliarde für den zweiten Teil der Auszahlung). Dies wäre aus meiner Sicht sehr einfach über eine Finanztransaktions-Gebühr auszugleichen.

Nach genau 18 Jahren könnte und sollte man dann das bedingungslose Grundeinkommen für alle einführen, damit das erste Baby, das beim Start geboren wurde, es auch weiterhin erhält. So wächst eine Gesellschaft in das System des bedingungslosen Grundeinkommens innerhalb von 18 langen Jahren hinein und gewöhnt sich so auf eine ziemlich natürliche Form, wie ein Leben mit einem bedingungslosen Grundeinkommen aussehen könnte.

Es würde mich jedoch nicht überraschen, wenn die Einführung für alle sogar schon viel früher stattfinden würde, da das Bewusstsein mit dem Start des Kinder-Grundeinkommens von Jahr zu Jahr stärker ansteigen könnte.